Das zutiefst extravagante und flache P300 überrascht mit einem Design im Casio-Taschenrechner-Look sowie einem Lederetui, das gleichzeitig als effizienter Energiespender fungiert.
Eine Wette gefällig? Wenn Sie einem Bekannten das P300 vorsetzen, hält er/sie es bestimmt zunächst für einen stinknormalen Taschenrechner. In der Tat ist das Design eine Art Reminiszenz an die guten alten Casio-Taschenrechner - allerdings in einer deutlich nobleren Variante. Der schwarze Korpus des nur 9 mm tiefen und auffallend breiten Handys ist mit einer gebürsteten Edelstahl- und Magnesiumschicht überzogen - sieht äußerst schick aus! Die Tastatur in der ungewöhnlichen 3 x 5-Anordnung unterstreicht zusätzlich den coolen Taschenrechner-Look des P300, den die Macher als „Card-Phone“ bezeichnen, da der Funker die flächenmäßige Ausmaße einer Kreditkarte hat.
Weiteres optisches Highlight ist das Lederetui, das gleichzeitig auch ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes ist. Das schwarze Etui schützt nämlich nicht nur das P300 vor Kratzern, sondern spendet auch dank eines integrierten Lithium-Polymer-Akkus reichlich Strom. Einfach das Handy in das Etui einrasten und schon bezieht der Koreaner seinen Strom aus einem gemeinsamen Kombi-Akku - eine clevere und zudem überaus nützliche Idee!
Dass Samsung-Handys in der Regel tadellos verarbeitet sind, ist ja bereits bekannt, doch beim P300 haben die Macher noch eine Schippe draufgelegt. Die hochwertigen Materialen wurden so präzise ineinander gefügt, dass Spaltmaßen kaum noch erkennbar sind. Das P300 ist somit gut gegen Spritzwasser geschützt - im Schoße des Lederetuis sowieso.
Nicht ganz so spektakulär wie das Design ist das typische Samsung-Komfortpaket des Card-Phones. Beachtlich ist allerdings, dass es den Ingenieuren trotz der geringen Bautiefe noch gelungen ist, immerhin eine 1,3 Megapixel-Kamera mit Fotolicht einzubauen. Damit man auch dann auf Fotosafari gehen kann, wenn das Handy im Etui sitzt, haben die Macher an ein Guckloch für das Objektiv gedacht. Die Kamera selbst ist leider nur eine durchschnittliche Knipsermaschine, denn vor allem bei der Fokussierung hapert es merklich. Als kleine Entschädigung können Hobbyfilmer ihr Clips in der Auflösung 352 x 288 Pixel aufnehmen - das schaffen derzeit nur wenige Mobiltelefone.
Ansonsten bietet das Scheckkartenhandy das typische Samsung-Komfortpaket besteht aus einem gut bestückten Organizerbereich, Bluetooth, Diktiergerät, Freisprecheinrichtung, MP3-Player (es unterstützt sogar das Format e-AAC+) sowie PC-Synchronisierung via SynchML DS. Beim Speicherplatz erreicht das P300 mit rund 82 MB plus 1.000 Kontakten und 200 Kurzmitteilungen Spitzenklasse-Niveau Und was fehlt mal wieder? Natürlich die Situationsprofile, denn die sind bei Samsung - warum auch immer - nur UMTS-Handys vorbehalten.
Sicherlich erfordert die 3 x 5-Tastenanordnung eine kleine Eingewöhnungszeit vor allem die 0 sitzt recht versteckt), doch einmal gecheckt nimmt man den Unterschied zu einem konventionellen Tastenfeld kaum noch wahr. Die Knöpfe und das rechteckige Steuerfeld sind hervorragend ausbalanciert und fördern so den schnellen Bedienungsfluss. Besonders positiv fällt dabei die rasante Geschwindigkeit auf, mit der Tastenbefehle umgesetzt werden - so soll es sein! Bei der Menüführung gibt es grundsätzlich nichts zu bemängeln, denn die einzelnen Verästelungen sind im Laufe der Zeit quasi historisch sinnvoll gewachsen. Im direkten Vergleich zu Nokia fällt jedoch auf, dass die Koreaner hier und da zu vielen Zwischenschritte eingebaut haben, bis man endlich einen Befehl abgeschlossen hat.
Durch das Tandem aus Handy- und Etui-Akku wird das P300 in punkto Rufbereitschaft zu einer Höchstleistung angetrieben. Acht bis neun Tage Dauereinsatz sind durch den Kombiakku ohne Probleme möglich - das ist ein absoluter Samsung-Rekord! Ohne die Hilfe des Zusatzakkus erreicht das Card-Phone immerhin noch eine Nonstop-Leistung von vier bis fünf Tagen. Eine kleine Feinelektronik-Meisterleistung gelang den Machern auch bei der Integration der Antenne, denn insbesondere im D-Netz bleibt das P300 in nahezu allen Lagen eisern auf Empfang. Eine glückliche Hand hatten die Fernöstler auch bei technischen Umsetzung des Mikrophons. Abgesehen von einem dezent metallischen Klang kann man über die Sprachqualität nur schwerlich meckern: Laut, klar und weitestgehend frei von Nebengeräuschen.