Mit diesem Modell bringt LG ein kompaktes Touchscreen-Handys der Edelklasse auf dem Markt, das sich vor allem dem Networking verschrieben hat.
Das GD880 ist allerdings nicht nur Mini, sondern vor allem auch verdammt nobel. Der kantige Korpus wird durch einen massiven Metallrahmen umschlossen, sodass der Koreaner wie aus einem Guss wirkt. Durch die seitlichen Rillen mutet das GD880 ein wenig wie ein Dupont-Feuerzeug an. Dazu trägt auch bei, dass sich auf der Frontseite nicht eine einzige Taste befindet. So konsequent ist noch nicht einmal das iPhone, weswegen der Spitzname Mini-malistisch ebenfalls treffend wäre. Die puristische Anmutung wirkt auch deswegen so edel, weil die Verarbeitungsqualität nahezu perfekt gelungen ist. Lediglich der dünne Plastikakku fällt dezent negativ aus dem Rahmen, da er zu leicht aus der Verankerung rutscht. Ansonsten liefert das GD880 eine wahrhaft glänzende Vorstellung ab.
Die positiven Eindrücke hören auch bei der Ausstattung nicht auf, denn hier präsentiert sich der Fernöstler alles andere als Mini. Luxuriös ist vor allem das Display, das sich hinter kratzfesten Glas steckt. Angesichts der Maße von 4,0 x 7,2 cm ist die Auflösung von 854 x 480 Pixel ebenfalls rekordverdächtig - das nennt man wahrhaft brillant! Davon profitiert auch die 5-Megapixel-Kamera, denn so sieht die Bildvorschau trotz der durchschnittlichen Größe ungemein brillant aus. Überhaupt kann die Kamera mit einer guten Qualität überzeugen, denn auch in geschlossenen Räumen liefert es in der Regel scharfe Bilder. Dank Gesichtserkennung können Fotos auch automatisch Kontaktdaten zugeordnet werden. Apropos automatisch: Ein Social Network Feed sorgt zudem für sofortige automatische Updates auf dem Start-Bildschirm.
Social Networking ist ohnehin ein großes Thema beim GD880. Neben einer Reihe von Standardfeatures wie schnellem Surfen im Internet dank W-LAN oder HSPA
sowie Push-E-Mail sind alle nötigen Anwendungen, wie Facebook oder Twitter bereits in das neue LG Handy integriert.
Aber auch die Business-Fraktion darf sich über das volle Programm freuen. Neben allen wichtigen Datenschnittstellen bietet das Mini auch einen unkomplizierten Datenabgleich. Air Sync nennt LG die Synchronisation mit einem von LG betriebenen Webdienst. Damit lassen sich Lesezeichen und der Verlauf eines Browsers zwischen Desktop-PC und Mobiltelefon synchronisieren. Zudem können Bilder, Videos, Termine und Adressen darüber drahtlos zwischen PC und Mobiltelefon ausgetauscht werden.
Abgerundet wird das volle Programm durch A-GPS-Navigation. Auf dem Testgerät stand dafür allerdings nur GoogleMaps für eine passive Routenplanung zur Verfügung.
Gewagt, gewagt, das Mini ohne eine einzige physische Fronttaste auf der Frontseite auszustatten, denn so gehen gewisse Basisfunktionen nicht so locker von der Hand. Auf der anderen Seite reagiert der Touchscreen recht schnell und flüssig auf Fingereingaben. Auch das Blättern in Listen funktioniert dank kinetischem Scrolling nahezu unfallfrei und die kleine Qwertz-Tastatur lässt sich überraschend präzise bedienen. Trotz der bewährten Nutzeroberfläche S-Class gibt es dennoch ein paar kleinere Schwachstellen. So lässt sich beispielsweise eine Bilddatei nicht reibungslos per Bluetooth verschicken, da der Ordner dafür so schmal geraten ist, dass man den Menüpunkt nur mit Mühe erreicht. Auch das automatische Abweisen eines Anrufers mit Hilfe der Lautstärke-Taste ist nicht der Weisheit letzter Schluss, denn das passiert schnell mal aus Versehen, sobald man das GD880 aus der Tasche zieht. Kurzum: Touchscreens sind zwar eine prima Sache, doch die guten alten Hörertasten können sie nur schwer ersetzen.
Mini-Handy gleich Mini-Akkuleistung? Ganz so dramatisch ist es beim GD880 glücklicherweise nicht, denn bei einer moderaten Nutzungsintensität sind immerhin vier volle Tage drin. Das ist zwar alles andere als ein Spitzenwert, doch der Nutzer kann damit sicherlich leben. Die Soundqualitäten haben mehrere Facetten. So überzeugt der Freisprecher durch eine hohe Lautstärke und der MP3-Player durch einen satten Sound dank des neuartigen Dolby Mobile. Bei Telefontaten ist hingegen stets ein leichtes Rauschen im Hintergrund und Stimmen klingen in der Regel in beide Senderichtungen leicht metallisch im Abgang.
Trotz des Stahlpanzers können dafür die Empfangsergebnisse rundum überzeugen. Egal, ob E- oder D-Netz, man muss sich schon in Grenzgebiete begeben, um den Empfangsbalken in die Knie zu zwingen.