Viel Metall, reichlich Funktionen und vor allem ultra-flach ! Dieses UMTS-Handy steckt optisch sogar das RAZR in den Schatten!
Siemens Neuanfang unter der Führung von BenQ unterliegt einem strengen Fahrplan. Über zehn Modelle der neuen Handy-Allianz wurden bereits vorgestellt und die ersten Geräte sind auch schon bei hiesigen Netzbetreibern erhältlich. Ältere Modelle ohne BenQ-Schriftzug laufen hingegen allmählich aus oder werden über andere Kanäle, wie beispielsweise bei Tchibo, mehr oder weniger verhökert. Ein deutliches Symbol für den Neuanfang ist ohne Zweifel das EF81, vereint es doch modernste Technik mit einem völlig neuen Metall-Look.
Qualitätsführer möchte BenQ-Siemens werden. Wenn man das EF81 aus der Verpackung zieht, sind diese hohen Ansprüche bereits visuell spürbar. Die schlichte Oberschale ist überzogen von einer gebürsteten Magnesium-Front, wodurch die minimalistische Optik ohne jeglichen Farbtupfer fast schon die Handschrift von Bang & Olufsen-Produkten trägt. Auffällig dezent wurden auch die vier Außentasten unterhalb des hochwertigen Displays platziert, mit denen man direkten Zugriff auf die Kamera und den MP3-Player hat.
Klappt man den Halbtaiwanesen auf, fällt zunächst einmal positiv auf, wie angenehm flach das Gerät ist - 1,6 cm Bautiefe, das ist derzeit das Maß aller UMTS-Dinge! Auffallend ist auch die flache Edelstahltastatur mit „elektrolumineszenter" Folienbeleuchtung, denn die ist nicht nur auffallend schön, sondern erinnert auch auffallend stark an die Mutter aller Folientastaturen, dem RAZR. Dieser Ideenklau sei allerdings verziehen, denn in punkto Eleganz kauft das EF81 dem direkten Konkurrenten Motorola RAZR V3x klar den Schneid ab. Auch bei der Verarbeitung überflügelt der Flachmann den US-Boy. Durch den aufwändigen Materialmix und den präzise gearbeiteten Spaltmaßen ist das EF81 bestenfalls für den rauen Alltag gerüstet - wenngleich die Front allzu schnell verschmiert.
Ein angenehmes Rundum-Paket haben die Macher in das flache Klapphandy implementiert. Die volle UMTS-Funktionalität sowie die 2 Megapixel-Kamera stechen dabei aus dem Komfortpaket hervor. Aus Platzgründen hat es allerdings nur für ein Objektiv gereicht, dass sich im Zentrum des Scharniers befindet und sich somit mitdreht, wenn man das EF81 entfaltet. Das bedeutet also, dass man die Umgebung nur über das Außendisplay fotografieren kann.
Ansonsten liegt der Schwerpunkt eher auf Multimedia, denn auf Business-Funktionen, denn die Organizer-Funktionen beschränken sich eher auf das Wesentliche. Nette Geste: Bei der ersten Geräte-Generation haben die Macher ein komplettes Star Wars-Paket mit Startanimation, Bildern, witzigen Klingeltönen bzw. Soundeffekten sowie einem Star Wars-Game draufgespielt. Apropos Spiele, nicht weniger als fünf hochwertige Java-Games, darunter der Klassiker Bomberman, beinhalten unser Testmuster. BenQ Mobile betont allerdings, dass die Netzbetreiber das Mobiltelefon ohne Skywalker & Co anbieten könnten - vor dem Kauf einfach nachfragen!
Ansonsten bietet der UMTSler den gehobenen Standard: Diktiergerät, Bluetooth sowie eine Freisprecheinrichtung, der diesen Namen auch wirklich verdient hat. Der Sound des EF81 ist überhaupt angenehm voluminös und sehr klar. Ein Extralob gebührt außerdem dem hochwertigen Stereo-Headset und dem beigefügten USB-Datenkabel. Somit ist das EF81 für die meisten Einsätze gut gerüstet, zumal gleich 64 MB an Bord sind und ein Slot für MiniSD-Karten für ausreichend Flexibilität sorgt.
Über die übersichtlich und ungemein flexibel gestalteten Menüverästelungen muss man wohl keine großartigen Lobesarien mehr halten. Es begeistert dem Tester immer wieder, wie individuell man die Optionen auf die eigenen Bedürfnisse konfigurieren kann. Einziger Malus: Die weißen Icons sehen recht verwechselbar aus. Dafür sind die vier Steuertasten auf dem Cover eine prima Sache, denn so lässt sich das EF81 als MP3-Player nutzen, ohne dass man zuvor aufklappen und im Menü herumsuchen muss.
Die Tastatur reagiert präzise und schnell auf Befehlseingaben, was man von der CPU leider nicht sagen kann. Allzu oft vergehen ein bis zwei Sekunden, bis sich ein Ordner öffnet. Selbst der Einstieg in das Hauptmenü erfolgt nicht sofort - das nervt ein wenig! Und noch eine Kleinigkeit ist zu bemängeln: Die Tastatur färbt auf das Display in Form von klar erkennbaren Rändern ab.
Um es vorweg zu nehmen: Die schlanke Bauweise wirkt sich negativ auf die technische Verfassung aus. So liefert der kleine Akku im UMTS-Modus gerade einmal knapp zwei Tage Strom am Stück - das ist eines der schlechtesten Werte in der Mobile Zeit-Historie. Selbst im reinen GSM-Modus sind auch nicht viel mehr als drei Tage Dauereinsatz möglich. Diese äußerst mäßige Rufbereitschaft zwingt den Besitzer somit, das EF81 täglich wieder aufzuladen. Auch die integrierte Antenne konnte in dem engen Korpus offensichtlich nicht gut untergebracht werden, denn während Referenzgeräte in einigen Gebieten vollen Empfang hat, sendet das EF81 hier nur noch mit halber Kraft, und zwar sowohl im E- als auch im D-Netz. Die Sprachqualität ist hingegen eine äußerst positive Überraschung. Wunderbar klar, natürlich und ausreichend laut kommen Stimmen rüber. Dieses „Beinahe-Festnetz“-Niveau hält einem klar vor Augen, wie schlecht die meisten Handys klingen.